Moto Guzzi - Der italienische Mythos Im Ersten Weltkrieg beschlossen der Techniker Carlo Guzzi, der Reedersohn Giorgio Parodi und der Flieger und Rennfahrer Giovanni Ravelli ein Motorrad zu konstruieren. Obwaohl Ravelli bei einem Testflug ums Leben gekommen war, wurde 1920 der Prototyp mit den Initialen "G.P" vorgestellt, der zu Ehren des Fliegerkameraden einen Adler im Logo trug. Das erste Moto-Guzzi-Serienmotorrad lief 1921 aus den Werkshallen in Mandello am Comer See. Während Carlo Guzzi jahrzehntelang beim Serienbau der Philosophie simpler und robuster Technik treu blieb, wurden für den Rennsport einzigartige Konstruktionen geschaffen: dohc-Vierventiler, 120 Grad-V-Twin, Reihendrei- und Vierzylinder und schließlich 1956 ein Achtzylinder. Doch die Schwierigkeiten der Motorradindustrie in den 50er Jahren erreichten auch Moto Guzzi, und die Firma wurde ein halbstaatliches Unternehmen umgewandelt. Mitte der 60er Jahre legte das erste Serienmotorrad mit großem V-Motor den Grundstein für die heutigen Vorstellung von einer Guzzi. Aus der jahrelangen Belieferung der kalifornischen Highway Patrol entstand die bis heute angebotene California-Modellreihe. Den Boom erkennend, kaufte der Italo-Argentinier Alejandro de Tomaso 1972 die Firma. Inzwischen sollte eine ganze Reihe neuer Modelle den Wettbewerb mit den übermächtigen Japanern aufnehmen. Nach dem Zerfall des Tomaso-Konzerns wurde Moto Guzzi zwischenzeitlich von Aprilia übernommen und gehört jetzt wie diese zum Piaggio-Konzern (Moto Guzzi, Motorcycle).
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Moto Guzzi Bicilindrica
Auf Basis der erfolgreichen 250 ccm Einzylinder Rennmaschine entwickelte Carlo Guzzi 1933 diese 500er mit dem weitwinkligen V-Motor. Der ungewöhnliche 120 Grad Winkel wurde wegen der Zündfolge und dem daraus resultierenden Drehmomentverlauf gewählt. Sie hatte as erste Rennmaschine eine Hinterradfederung und siegte bei der Tourist Trophy 1935.
Modell: Bicilindrica
Baujahr: 1935
Leistung: 44 PS
Hubraum: 493 ccm
Bauart: Zweizylinder, Viertakt
Moto Guzzi Bicilindrica
Moto Guzzi Otto Cilindri
Moto Guzzis Rennmaschine mit V-8 Motor stellt unzweifelhaft eines der spektakulärsten Motorräder der Geschichte dar. Die ersten Prototypen wurden im Jahre 1955 gefertigt, während das folgende Jahr den komplexen Vorbereitungsphasen gewidmet wurde, in denen sich das außergewöhnliche Potenzial bereits erahnen ließ.
Modell: Otto Cilindri Gara
Baujahr: 1956
Leistung: 68 PS
Hubraum: 498 ccm
Bauart: dohc-V-Achtzylinder, Viertakt
Moto Guzzi Otto Cilindri Otto V8
Moto Guzzi V 7 Special
Der Gedanke an einen großvolumigen V-Motor entstand bei Moto Guzzi bereits Ende der 50er Jahre, sowohl für Militärzwecke als auch zum eventuellen Einbau in einen Kleinwagen. Doch erst 1965 wurde ein derartiges Konzept in einem neuen Serienmotorrad verwirklicht, der V7 mit ursprünglich 700 ccm. Diese und die hier gezeigten V7 Special mit größerem Hubraum fanden Liebhaber und sollten das Image von Moto Guzzi bis heute prägen.
Als Nachfolgerin der V7 Sport erschin 1974 die 750 S. Als wesentliches Unterscheidungsmerkmal zur V7 Sport verfügte sie über eine je 300 mm große Doppelscheibenbremse von Brembo im Vorderrad. Weiterhin trieb jetzt eine Steuerkette statt des Stirnradsatzes die Nockenwelle an. Eine neue Lackierung mit roten, grünen oder orangenfarbenen Streifen sowie geänderte Seitenkästen machen die "S" für viele zu einer der elegantesten Moto Guzzi, die je gebaut wurden.
Modell: 750 S
Baujahr: 1974
Leistung: 61 PS
Hubraum: 748 ccm
Bauart: V-Zweizylinder, Viertakt
Moto Guzzi 750 S Guzzi 750 S
Moto Guzzi Le Mans 1
1976 erschien mit der 850er Le Mans eine neue Sportler-Generation bei Moto Guzzi, Modisches Mattschwarz an Auspuff und Anbauteilen, eine kleine Cockpit-Verkleidung und Knickspeichen-Gussräder geben der Le-Mans ein unverwechselbares Aussehen. Nicht zuletzt der leistungsgesteigerte 850 ccm Motor, der über riesige 36mm Dell´Orto- Vergaser gefüttert wird, macht die Faszination dieses Roadsters aus. Heute zählt die kompromisslose Le Mans der ersten Generation zu den begehrten V2-Guzzis überhaupt.
Modell: 850 Le Mans
Baujahr: 1977
Leistung: 72 PS
Hubraum: 844 ccm
Bauart: V-Zweizylinder
Moto Guzzi Le Mans 1 Le Mans 850 ccm
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Moto Guzzi Le Mans 1 Le Mans 850 ccm
Moto Guzzi 1000 SP
Als Konkurrenz zur ersten voll verkleideten Serienmaschine, dem BMW R 100 RS, erschien 1978 der Sport-Tourer 1000 SP. Die zweiteilige Vollverschalung entstand im hauseigenen Windkanal der italienischen Marke, in dem bereits in den 50er Jahren erfolgreiche Rennmotoorräder aerodynamisch optimiert wurden. Motorisiert war die SP mit dem Guzzitypischen V2-Motor, wie er auch bei den Convert-und G5-Modellen Verwendung fand. Die Typenbezeichnung SP steht übrigens weder für "Sport" noch für "Spezial". In der Guzzi-Nomenklatur bedeutet SP "Spada", zu Deutsch Schwert.
Modell: 1000 SP
Baujahr: 1980
Leistung: 61 PS
Hubraum: 948 ccm
Bauart: V-Zweizylinder, Viertakt
Moto Guzzi 1000 SP 1 Liter Hubraum
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Moto Guzzi 1000 SP 1 Liter Hubraum
Moto Guzzi Le Mans 1000
Ab 1985 erfreute erfreute auch die Le Mans-Baureihe ihre Besitzer mit dem vollen Liter Hubraum. Aufgrund verschärfter Abgas und Geräuschbestimmungen war die 1000er dennoch kaum schneller als ihre Vorgängerinnen. Aber findige Tuner wussten, wie man dem großen V2 ein paar zusätzliche Pferde entlocken konnte. Auch das Fahrwerk, das beim Modell Le Mans 4 über ein umstrittenes 16 Zoll Vorderrad verfügte, konnte sinnvoll optimiert werden. Die Le Mans 1000 von 1987 rollte daher wieder auf einem bewährten 18-Zöller.
Modell: Le Mans 1000
Baujahr: 1987
Leistung: 82 PS
Bauart: V-Zweizylinder, Viertakt
Moto Guzzi Le Mans 1000 Le Mans 4
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Moto Guzzi Sport 1100
Die 1100er Sport wurde 1996 als Nachfolgerin der Le Mans präsentiert. Das altehrwürdige Zweiventil-Triebwerk wurde nun mittels Binzineinspritzung versorgt. Mit immerhin 90 PS hatte der stoßstangengesteuerte V2 allerdings endgültig seinen Zenit erreicht. Trotz des im Vergleich zur Le Mans sehr sportlice Fahrwerk und des sehr gefälligen Designs blieb ihr der große Erfolg verwehrt. Bereits 2001 wurde die Produktion wieder eingestellt.
Modell: Sport 1100 Corsa
Baujahr: 1998
Leistung: 90 PS
Hubraum: 1064 ccm
Bauart: V-Zweizylinder, Viertakt
Moto Guzzi Sport 1100 Guzzi Sport 1100 ccm
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Moto Guzzi V 11 Scura
2002 brachte Moto Guzzi mit der "Scura" das bislang sportlichste Modell der V11 Baureihe auf den Markt. Motorseitig mit dem unverändert aus der nackten V11 übernommenen Zweiventiler ausgestattet, lässt sich die Maschine dank feinster Fahrwerkskomponenten von Öhlins spürbar behender um die Kurvern treiben, als die anderen V11-Modelle. Außerdem spendierte Moto Guzzi der ausschließlich in mattschwarz angebotenen "Scura" noch zwei Carbon-Endtöpfe sowie rot eloxierte Aufnahmeplatten für die Fußrastenanlage. Was sie zwar nicht sportlicher, aber sichtbar edler macht.